Auch mal nach Oben schauen - es lohnt sich!

 

Nicht all zu oft werden Touren meist nur für die Dauer bei Tageslicht geplant, eher selten das man bewusst die Route so auslegt das wir erst zur späteren Stunde oder gar nach Einbruch der Dunkelheit unser Ziel oder das Ende der Etappe erreichen. Dabei bitte die Dunkelheit so viele verschiedene Fassetten der Wahrnehmung, von der Anpassung der Augen an die dunklen Verhältnisse bis hin zur verstärkten Wahrnehmung von Geräuschen, die wir sonst Tagsüber nie zuhören bekommen würden oder dieser schlichtweg nicht aufnehmen würden.

 

Eine besondere Art der Wahrnehmung, wenn wir auf Touren durch die Dunkelheit unterwegs sind, ist die der Betrachtung des nächtlichen Himmels, eine sternenklare Nacht abseits der Zivilisation, fernab von Städten, Ballungsgebieten und Flutwellen von künstlichen Lichtern bietet der nächtliche Sternenhimmel ein atemberaubendes Schauspiel.

Besonders gute Karten haben wir wenn wir die Tour in bergischen Regionen planen, geringe Anstiege von wenigen hundert Metern über n.N. machen schon deutlich welche Verbesserung in der Sichtbarkeit des nächtlichen Sternenhimmels sich mit zunehmender Höhe in dunklen Regionen dem Betrachter bietet. Wer den anstrengenden Aufstieg zum Etappenziel gemeistert hat wird bei gutem wolkenlosem Wetter nicht nur mit einer erstklassigen Aussicht belohnt, sondern erhält zudem einen Einblick in die Vielseitigkeit unseres Sternenhimmels. Wer jetzt an seinem Ziel verweilt, es sich gemütlich macht und seine Aufmerksamkeit dem Schauspiel der Natur schenkt wird nach einiger Zeit des Beobachtens bemerken wie sich scheinbar zunehmend immer mehr Sterne am abendlichen Himmel versammeln. Wichtig ist nur, dass wir währenddessen vermeiden in künstliche Lichtquellen zu blicken, das heißt schlicht und einfach mal für die gesamte Zeit des Beobachtens darauf zu verzichten ein Licht einzuschalten, verzweifelt mit der Taschenlampe im Rucksack zu kramen und das lästige Smartphone einzuschalten um zu prüfen ob wir auch ja nichts verpasst haben. Kopf hoch, die eine Stunde überlebt ihr schon, denn jetzt es Zeit dafür euer Sehorgan zur Höchstleistung zu fordern und ihm ein Maximum an Sehleistung abzuverlangen, denn nun beginnt das Auge

sich Stück für Stück an die Dunkelheit und die geringen Lichtverhältnisse anzupassen, die Augen weiten sich immer weiter, das Ganze nennt sich auch „Augenadaption“. Einmal in ein grelles Licht geschaut und die Mühe ist erst einmal wieder dahin und das Auge beginnt von neuem. By the way – die vollständige Adaption der Augen dauert in der Regel 45 Minuten.

Wer sich aber diszipliniert nach oben konzentriert und den Anblick der Sterne aus gemütlicher Haltung heraus genießt wird belohnt mit ausgefüllten Sternenbildern, Einblicke in die Milchstraße, den stressigen Berufsverkehr der Satelliten am Himmel und mit ein wenig Glück hier und da die ein oder andere Sternschnuppe.

 Wer sich das Extragewicht an Gepäck zu Lasten macht und eine Kamera inklusive eins Stativs mitbringt wird nun die schönen Erinnerungen einfangen mit nach Hause nehmen können. Man benötigt tatsächlich kein Diplom in Fotografie und auch ein Sternenwarten taugliches Teleskop muss nicht den Berg hinauf geschleppt werden, ein Weitwinkelobjektiv mit Brennweiten von 18 bis 25mm genügt alle mal um erste Landschaftsbilder des Nachthimmels anzufertigen. Wer ein wenig mehr will der kann sich mit einem kleinen Teleobjektiv mit Brennweite um die 100 bis 300mm bewaffnen und eindrucksvolle Detailaufnahmen vom Mond erhalten. Ein weiteres nützliches Hilfsmittel ist der Fernauslöser, der es erlaubt die Kamera kontaktlos auszulösen um Verwackelungen zu vermeiden. Hat man dieses nicht zur Hand dann bloß keine Panik bekommen, denn nahezu alle Kameras verfügen über einen zeitverzögerten Auslöser, mit dem ebenso geniale Aufnahmen erreicht werden. Für die Kameraeinstellung empfiehlt es sich mit der Belichtungszeit, der Blendenöffnung 

und der Lichtempfindlichkeit zu experimentieren. In der Regel liegt man, mit einer ISO 800, einer geöffneten Blende (kleine Blendenzahl z.B.: f=4) und Belichtungszeiten von 15 bis 30 Sekunden, auf einem sicheren Weg. Wer später zuhause am PC mit Nachbearbeitung der Bilder noch mehr rausholen will der sollte stets im RAW Format der Kamera knipsen, da hier deutlich mehr Informationen gespeichert werden.

Ich hoffe ich konnte den Ein oder Anderen Abenteurer hier für eine geplante Tour in die Abgelegene Dunkelheit motivieren und dazu anregen sich einmal mehr Zeit zum Betrachten des abendlichen Sternenhimmels zu nehmen. Die Astrofotografie und damit auch die Betrachtung des Universum aus einer anderen Sicht eröffnen einem eine Vielzahl an neuen kreativen Möglichkeiten zur Fotografie, zum sammeln an unvergesslichen Erinnerungen oder einfach zum deutlich machen der Einzigartigkeit unseres Planeten, dessen Nachbarschaft in unserem Sonnensystem und der Umwelt in der Wir leben.


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